Ist Rosmarin winterhart... ? ...und andere Fragen

 

 Kräuter unseres täglichen Gebrauchs stammen leider oft aus mediterranen (= dem Mittelmeerraum vergleichbaren) oder gar subtropischen oder tropischen Zonen... was immer einiges Kopfzerbrechen und viele Diskussionen hinsichtlich der Winterhärte bereiten kann. So ist insbesondere der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) immer wieder hinsichtlich der Winterhärte ein "Streitgegenstand"... In wintermilden Gegenden in England und Frankreich ist der Rosmarin absolut keine Problempflanze und kann auch im Freiland gedeihen... hierzulande sieht es aber etwas anders aus. Insbesondere starke Kahlfröste - die in vielen Regionen Deutschlands immer wieder überraschend auftreten können - machen der Pflanze ebenso zu schaffen wie oft wochenlang andauernde, eisige Luftströmungen aus Ost und Nordost. Vor allem in Gebirgs- und Mittelgebirgslagen sollte man den Rosmarin daher nicht auspflanzen, da er ohne schützende Schneedecke in der Regel stirbt. Die Pflanze im Bild wurde in einem "kalten" Gewächshaus überwintert, wobei aber regelmäßig Schnee hineingeschippt wurde, um den Rosmarin im Winter inaktiv zu halten und gleichzeitig für ein bisschen Wasserzufuhr zu sorgen, falls es zwischendurch tauen sollte...

Anders verhält es sich bei Petersilie oder Dill, die ohnehin einjährig sind. Hier kann man einzelne Pflanzen blühen und sich selbst aussäen lassen... dann wird man nie Probleme mit dem Nachwuchs haben. Allerdings kommen Sortenzüchtungen der beiden Kräuter oft aus dem Samen nicht "echt", sondern es entwickeln sich nach und nach wieder "Urformen", die aber den Vorteil haben, robuster und zuverlässiger zu sein als endlos ausufernde Züchtungen. Hier gilt die Weisheit "Weniger ist Mehr"... wer Saatgut der reinen Arten für erste Versuche erhalten kann, sollte dies den komplizierten Hybriden auf jeden Fall vorziehen... im wahrsten Sinn des Wortes...

..meint die macpflanz-Redaktion